Weltrekord von Solar-Segelflugzeug «Sky Sailor»

Zürich - 27 Stunden lang hat die «Sky Sailor» auf einer Höhe von 200 bis 400 Metern ihre Runden gedreht. Damit hat das unbemannte Solar-Segelflugzeug der ETH Zürich einen Weltrekord erflogen. Fernziel der Forscher ist der Mars. (ht/sda)
 




Sky Sailor soll auf dem Mars eingesetzt werden.

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Mit 2,5 Kilo Gewicht und einer Spannweite von 3,2 Metern ist die «Sky Sailor» ein kleines Flugzeug. Gerade darauf legt Projektleiter André Noth auch Wert, wie er am Montag gegenüber der SDA sagte. Er will beweisen, dass es möglich ist, mit einem kleinen Solar-Flugzeug zum Mars zu fliegen.

Noth hat genaue Vorstellungen. Das Mars-Solarflugzeug würde zusammengefaltet in einer Kapsel, einer so genannten «Aero-Shell», zum Mars geflogen. Dort würde die Kapsel sich öffnen, das Flugzeug sich entfalten und Erkundungsflüge absolvieren.

Noth will mit einem Solar-Kleinflugzeug eine Höhe von 13'000 Metern erreichen. Dort seien verschiedene Gegebenheiten ähnlich wie beim Mars. Britische Forscher hätten dies zwar schon mit einem Flugzeug-Prototypen gemacht - der hatte allerdings eine Spannweite von 18 Metern. Noth: «Wir wollen unbedingt bei drei Metern bleiben».

Batterie tags aufladen, nachts brauchen

Für die Mars-Mission müsste ein Flugzeug Wochen und Monate fliegen können. Dies wäre dank Solarzellen auf den Tragflächen machbar. Tagsüber laden sie sich auf und füllen die Batterie mit überschüssigem Solarstrom. Nachts übernimmt die Batterie die Stromversorgung, am folgenden Morgen beginnt der Kreislauf erneut.

Dass dies möglich ist, hat die «Sky-Sailor» bewiesen. Das unbemannte Kleinflugzeug startete am Freitag mittag um 12.30 Uhr und landete am Samstagnachmittag nach 27 Stunden. Bei der Landung war die Batterie schon wieder voll, wie die ETH Zürich am Montag mitteilte.

In den 27 Stunden legte der Solarsegler zwischen 800 und 900 Kilometer zurück. Und dabei blieb er stets in einer Höhe von 200 bis 400 Metern. Das ist für das Projekt wichtig.

Konstante Höhe

Die «Sky Sailor» ist nämlich laut ETH Zürich nicht das erste unbemannte Solarflugzeug, das mehr als 24 Stunden am Stück fliegen kann. Eine Premiere ist aber die Einhaltung einer konstanten Höhe. Bisherige Modelle flogen etwa vor der Dunkelheit sehr hoch hinauf und glitten im Laufe der Nacht zur Erde zurück.

Vor vier Jahren hatte die Europäische Weltraum-Organisation ESA die ETH Lausanne damit beauftragt abzuklären, ob sich unbemannte Solarflugzeuge für Erkundungsflüge über dem Mars eignen würden. Als nach zwei Jahren die Finanzierung auslief, lagen laut Noth «schöne Ergebnisse» vor, aber kein 24-Stunden-Flug. Man habe dann allein weitergemacht. Heute sei es «mehr ein ETH-Zürich-internes Projekt».

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